Dienstag, 14. Juli 2009
Igel verbieten?
Auch Ärzte sind Menschen, auch hier gibt es weltfremde Spinner. Man kann zu IGeL-Leistungen ("Individuelle Gesundheits-Leistungen = Kasse zahlt das nicht) stehen wie man will: wenn Ärzte (wie gestern der "Verband Demokratischer Ärztinnen und Ärzte" VDAÄ) ein Verbot fordern, dann haben sie - mit Verlaub - nicht mehr alle Tassen im Schrank, oder sie wissen nicht, wovon sie reden!

Sicher, manche Ärzte, ja sogar manche Fachrichtungen übertreiben derzeit maßlos mit irgendwelchen obskuren Angeboten. Aber hier muß ganz klar darauf hingewiesen werden, dass die gesetzliche Krankenversicherung zwar alles bezahlt, was "wirtschaftlich, ausreichend, notwendig und zweckmäßig" ist (sog. "WANZ-Medizin"), aber das gilt eben nur bezüglich der Behandlung von Krankheiten.

Prophylaxe (also Krankheitfrüherkennung oder -Vermeidung), Life-Style-Medizin (z.B.Viagra), aber auch Fernreiseimpfungen und -beratung (für chronisch Kranke oder für Kinder) u.v.m sind k-e-i-n-e Kassenleistungen! Und auch viele naturheilkundliche und (derzeit noch) außenseitermedizinische Angebote sind (als angeblich "nicht nachvollziehbare Wirksamkeit" oder "nicht wirtschaftlich") aus der Erstattungspflicht herausgenommen! Daneben gibt es auch noch manche "politischen" Ausnahmen wie z.B. Augendruckmessung!

Wer also solche hahnebüchenen Forderungen erhebt, der will die Medizin in Deutschland ausschließlich auf die Behandlung GKV-gerechter Krankheiten und Methoden beschränken. Auch wenn die politischen Verwaltungsjuristen dies gerne so hätten und sich mit dem Odium umgeben möchten, sie hätten "die Medizin erfunden", man kann eigentlich nur den Kopf schütteln!

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Heute surreraler Humor, morgen politische "Weisheit"
Man könnte meine, der Irrsinn sei in Berlin ausgebrochen. Da schlägt Frau Gesundheitsministerin Schmidt doch allen Ernstes vor, den Ärztemangel auf dem Land (in der Stadt zeichnet sich wohl noch keiner ab, eh? Natürlich nicht im Berliner Regierungsviertel!) durch "rotierende Ärzte" (wie im Mittelalter: fahrendes Volk, Quacksalber, u.s.w auf Jahrmärken) zu bekämpfen: Montags kommt der Allgemeinarzt, Dienstag der Chirurg, Mittwochs der Internist, Donnerstags der Augenarzt ... u.s.w (Originalton Frau Schmidt !!!!). Abgesehen davon, woher diese Ärzte kommen sollen (es herrscht ja Mangel), und ob zu den eh schon zu geringen Behandlungszeiten auch noch die Fahrzeiten kommen sollen, was sollten denn das für "Dorfpraxen" sein, in denen der Internist seine EKG's und Sono's macht, der Chirurg operiert, der Gynäkologe seinen Stuhl mit Spezialinstrumentarium und Steri hat, der Augenarzt ... ich brauch nicht weiterblödeln!

1930 hat der Münchner Volksschauspieler und surrealer Humorist Karl Valentin einen Vorschlag gemacht, wie man das damalige Verkehrschaos bewältigen könne: Am Montag fahren die Fahrradfahrer, am Dienstag die Müllkutscher, am Mittwoch die Autos ...

Liebe Frau Schmidt, das war surrealer Humor!!!!!! Oder wollen sie vielleicht nach Ihrer Ministerialzeit in die Fußstapfen ihres Vorgängers und Renten-Kasperls Norbert Blüm treten, der jetzt als fahrender Humorist die Republik unterhält. Begonnen hatte er ja mal mit dem (surrealen?) Satz "Die Renten sind sicher".

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ohne Worte

Kein Kommentar (der Fahrradständer war auch vorher schon leer)

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